Salpeter im Keller: was die weißen Ausblühungen bedeuten
Woher das Salz kommt und was es über die Wand verrät
Autor: Kevin - Datum: 26.08.2026
Was da aus der Wand kommt
Weiße, flaumige Beläge an der Kellerwand lassen sich mit der Hand abwischen. Ein paar Wochen später sitzen sie wieder da, meist an derselben Stelle. Was da aus der Wand kommt, heißt im Sprachgebrauch Salpeter und sagt etwas darüber aus, wie es dem Mauerwerk geht.
Der Belag besteht aus Salzen, die vorher im Mauerwerk oder im Erdreich dahinter gebunden waren. Wasser löst sie, transportiert sie durch die Poren des Mauerwerks an die Oberfläche und verdunstet dort. Das Salz bleibt zurück, als weißer Flaum, als harte Kruste oder als feiner Belag, der beim Darüberstreichen staubt. Fachlich heißt das Salzausblühung, und so nennen wir es im weiteren Text. Salpeter meint genau genommen nur einen Teil davon, nämlich Nitrate. Die stammen aus Ställen, Jauche oder alten Sickergruben, und in Altbauten mit landwirtschaftlicher Vergangenheit begegnen sie uns in der Eifel regelmäßig.
Warum eine trockene Wand nicht ausblüht
Salze wandern nur mit Wasser. Ohne Feuchtigkeit im Mauerwerk bleiben sie liegen, wo sie sind, und an der Oberfläche tut sich nichts. Wer Ausblühungen sieht, kann sich also die Frage sparen, ob die Wand feucht ist. Offen ist nur noch, woher das Wasser kommt: kapillar aufsteigende Feuchte, die durch feine Poren von unten in die Wand zieht, seitlich eindringendes Wasser aus dem Erdreich, oder Kondenswasser, das sich aus warmer Raumluft an der kühlen Wand niederschlägt. Die drei lassen sich an Verlauf, Höhe und Jahreszeit auseinanderhalten, was wir im Beitrag zu den Ursachen einer feuchten Kellerwand im Einzelnen beschreiben.
Was das Salz mit dem Putz macht
Beim Auskristallisieren brauchen Salze mehr Platz als in gelöster Form. Sitzt das Salz dabei in den Poren des Putzes statt oben auf, sprengt dieser Druck den Putz von innen auf. Er wird sandig, wölbt sich, platzt in Schollen ab. Dazu kommt eine zweite Eigenschaft: Ein Teil dieser Salze zieht Wasser aus der Raumluft an und hält es fest. Eine stark salzbelastete Wand kann sich deshalb noch feucht anfühlen, obwohl von unten längst kein Wasser mehr nachkommt. Das ist der Grund, warum die Salze bei einer Sanierung eine eigene Rolle spielen und nicht einfach mitsaniert werden.
Warum Abbürsten die Sache nur verschiebt
Die Bürste entfernt den Belag von heute. Das Salz im Mauerwerk bleibt, das Wasser auch, und beides trifft sich in ein paar Wochen wieder an der Oberfläche. Kritischer wird es, wenn jemand die Stelle mit einer dichten Farbe oder einem festen Zementputz überzieht. Dann kristallisiert das Salz hinter der Beschichtung, und die löst sich in Platten von der Wand ab, meist großflächiger als der ursprüngliche Schaden.
Wann der Belag von der Baustelle stammt
Nicht jede weiße Stelle im Keller hat eine Vorgeschichte. Frisches Mauerwerk und neuer Mörtel geben in den ersten Monaten Kalk ab, der mit dem Anmachwasser an die Oberfläche kommt und dort als heller Schleier antrocknet. Dieser Belag wird von selbst weniger, sobald der Bau durchgetrocknet ist, und er kehrt nicht jedes Jahr wieder. Was dagegen nach dem zweiten Winter immer noch nachwächst, hat mit dem Bau nichts mehr zu tun. Dann zieht weiterhin Wasser durch die Wand.
Wie wir vorgehen
Am Anfang steht die Feuchtemessung, an mehreren Stellen und in mehreren Höhen. Erst daraus wird erkennbar, ob das Wasser von unten aufsteigt oder seitlich eindringt. Steht die Ursache fest, dichten wir das Mauerwerk von innen ab: Wir bohren eine Reihe von Löchern in die Wand und bringen ein Dichtmittel ein, das sich im Mauerwerk verteilt und dort eine durchgehende Sperrschicht bildet. Die Wand bleibt von außen unberührt, Erdarbeiten sind für diese Bauwerksabdichtung nicht nötig, auch dann nicht, wenn Wasser von außen gegen die Wand drückt.
Der salzbelastete Putz kommt danach ab, und zwar über den sichtbaren Schaden hinaus, weil das Salz weiter in der Fläche sitzt, als man ihm ansieht. An seine Stelle setzen wir einen Sanierputz, also einen Putz mit großem Porenraum, der die Salze in sich aufnimmt und Feuchtigkeit als Dampf abgibt, ohne dabei selbst abzuplatzen. Welche Putzsysteme dafür in Frage kommen, hängt am Untergrund und daran, wie hoch die Salzbelastung ausfällt.
Was wir uns vor Ort ansehen
Anhand eines Fotos lässt sich nicht entscheiden, woher das Wasser kommt, und ohne diese Entscheidung ist jede Maßnahme geraten. Bei der kostenfreien Schadensanalyse messen wir die Feuchte im Mauerwerk, sehen uns Bauweise und Baujahr an und sagen Ihnen danach, was der Keller braucht. Für Sie als Eigentümer entstehen dafür keine Kosten.
Wenn Sie die Beläge das nächste Mal abwischen, merken Sie sich Stelle und Datum. Kommen sie wieder und reicht der Rand höher als beim letzten Mal, arbeitet sich die Feuchtigkeit weiter nach oben. Das ist der Punkt, an dem eine Messung mehr bringt als eine Bürste.
Was die Beseitigung umfasst und wovon der Preis abhängt, steht auf der Seite zu Salpeter im Keller.